Türkei: Zwischen West und Ost

Die Türkei, aus den Wirren des 1. Weltkrieges 1923 als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches hervorgegangen, ist ein Land reich an Geschichte und Tradition Sie liegt strategisch hervorragend platziert zu 97% in Kleinasien zwischen östlichem Mittelmeer im Süden, der Ägäis im Westen und dem Schwarzen Meer im Norden an einem der wichtigsten Scheidepunkte zwischen West und Ost. Die asiatische Landgrenze teilt die Türkei mit Syrien und Irak im Süden, Iran im Osten sowie Aserbaidschan, Armenien und Georgien im Nordosten. Zu 3% liegt die Türkei in Europa, d.h. im östlichen Teil des historischen Thrakien mit Landgrenzen zu Griechenland und Bulgarien. Zwischen dem europäischen und asiatischen Teil der Türkei liegen die Dardanellen, das Marmarameer und der Bosporus, wodurch das Schwarze Meer mit der Ägäis und dem restlichen Mittelmeer verbunden ist. Schon Jahrtausende vor den ab dem 11. Jhdt. aus Asien einwandernden Turkvölkern, die das Byzantinische Reich endgültig in die Geschichtsbücher verbannten, war diese Region für Hethiter, Griechen, Lyder, Perser, Römer und im Mittelalter auch für Araber und Lateiner, die hier ihre Spuren hinterließen, ein sehr interessanter Flecken Erde.

Die türkische Westküste ist nicht nur landschaftlich reizvoll mit ihren unzähligen Buchten und dem für die Ägäis typischen blauen Wasser, sondern auch wahrlich gespickt mit antiken griechischen und römischen Stätten, wie z.B. Milet (Militos), Efes (Ephesos) und der heutigen Millionstadt Izmir (Smyrna), deren Besuch in einen Segelurlaub mit eingeplant werden sollte. Nicht zu vergessen natürlich auch das vor allem durch Homer und seiner Erzählung vom Trojanischen Krieg berühmt gewordene Troja am Eingang zu den Dardanellen mit den insgesamt 10 Siedlungsschichten vom 5. Jahrtausend v.Chr bis ins 4. Jhdt. n.Chr. Ebenso ist natürlich auch ein Besuch in Istanbul empfehlenswert, dem ehemaligen Konstantinopel, der altehrwürdigen Reichshauptstadt des Oströmischen bzw. Byzantinischen Reiches und größten europäischen Stadt des Mittelalters, wo ca. 660 v.Chr. griechische Kolonisten aus Megara, Argos und Korinth unter der Leitung des Heerführers Byzas den Ort Byzantion gegründet hatten.

In Istanbul befinden sich eine Reihe geschichtsträchtiger Sehenswürdigkeiten aus vergangenen Zeiten, wie z.B. der ca. 3500 Jahre alte Obelisk von Pharao Thutmosis III., die Aghia Sophia, die größte Kirche des östlichen Christentums aus dem 4. Jhdt., die jahrhundertelang als Moschee diente und heute ein Museum ist. Aus dem gleichen Jahrhundert stammen auch die Konstantinsäule zu Ehren des damaligen römischen Kaisers, in deren Fundament angeblich Teile des Kreuzes Jesu, der Axt Noahs und des Stabes Moses’ enthält,  sowie das Valens-Aquädukt, das die Stadt mit Wasser aus dem Belgrader Wald versorgte. Aus dem 5. Jhdt. stammen die Theodosianischen Mauern, die mit ihren 7 Kilometern Länge noch heute das Stadtbild prägen.  Aus dem 10. Jhdt. ist die Gemauerte Säule, die Kaiser Konstantin VII. errichten ließ. Nach der Eroberung durch die Osmanen 1453 wurde der Topkapi Palast gebaut, der den osmanischen Sultanen als Wohnsitz diente. Aus dem 17. Jhdt. stammt die imposante Sultan-Ahmed-Moschee, auch als Blaue Moschee bekannt, Sehenswert sind natürlich auch die tief ins Landesinnere schneidende Bucht des Goldenen Horns, benannt nach der mythischen Mutter des Gründers von Byzantion.  Istanbul hat für Ihren abendlichen Ausgang zudem auch ein modernes, pulsierendes Nachtleben zu bieten.

Die Ägäisküste: Von Bucht zu Bucht

Das Yachtcharter Revier vor der kleinasiatischen Küste ist in den letzten Jahren zu einem bezaubernden Ziel für Segelurlauber geworden. Unzählige idyllische Ankerbuchten mit in weiten Teilen unberührten Landschaften an der Küste, mit malerischen Fischerorten erwarten den Besucher, für Landgänge sind die vielen antiken Städten aus griechischer und römischer Zeit interessante Destinationen. Insbesondere zwischen Çesme und Antalya gibt es mehr Buchten als ein Jahr Tage zählt.

Die vorgelagerten griechischen Inseln sorgen im heißen Hochsommer dafür, dass der dann etwas Frische spendende Meltemi vor der kleinasiatischen Küste gemäßigter weht als weiter westlich um die griechischen Inseln in der zentralen Ägäis. Im Frühjahr und im Herbst sind die Temperaturen etwas angenehmer und die Natur bereitet sich farbenfroh auf den Sommer vor bzw. erholt sich in herbstlicher Pracht von ihm.

Von Juni bis September sind nicht nur Landgänge zu den antiken Stätten in Kleinasien und in die malerischen Dörfchen mit ihren gemütlichen Tavernen und lokalen Spezialitäten zu empfehlen, sondern auch der Genuss des warmen Wassers der Ägäis und die schönen Strände, an denen sich lokale und ausländische Besucher in der mediterranen Sonne räkeln.

Westküste

Türkische Westküste: Buchten und Inseln ohne Ende

Das Yachtcharter Revier vor der türkischen Westküste wird seit ca. drei Jahrzehnten Stück für Stück erschlossen. Heute warten hier nicht nur zahllose, malerische Ankerbuchten, hübsche Fischerdörfer und bei Landgängen die antiken Stätten aus griechischer und römischer Zeit auf den Segelurlauber, sondern auch eine Reihe moderner Marinas, die die üblichen Dienstleistungen auf hohem Niveau anbieten und zum Wachstum des Segeltourismus in der Türkei beitragen.

Der frische Sommerwind Meltemi sorgt in der nördlichen Ägäis für etwas niedrigere Temperaturen als in den Gebieten der südlichen Ägäis. Zwischen Kuşadasi und dem Hellespont, heute Dardanellen genannt, ist die türkische Westküste für Segeltörns noch nicht so erschlossen wie die südlicheren Teile. Das westtürkische Landschaftsbild wird dominiert von waldigen Hügeln, fruchtbaren Tälern, durch die schon aus der Antike bekannte Flüsse wie der Kleine Mäander, der Große Mäander, der Hermos und der Kaikos fließen, sowie die weit in die Ägäis ragenden Landzungen mit ihren vielen Buchten und reizvollen Stränden.

Der Besucher sollte für seinen Segelurlaub in der Türkei unbedingt genug Zeit für Landgänge einplanen, um die antiken Ausgrabungsstätten von Ephesus, Priene, Milet (Miletos), Herakleia oder Didyma, das bedeutendste Orakel des antiken Ioniens anzuschauen.

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