Griechenland: Das Land der Götter

Griechenland ist ein wahres Segelparadies. In diesem kleinen Land mit seiner großartigen, bewegten und wechselhaften Geschichte am Schmelzpunkt dreier Kontinente, wo sich in den letzten Jahrtausenden mehrere große Zivilisationen gebildet und die Welt verändert haben, finden Segler vor den mehr als 13.000 Küstenkilometern bzw. zwischen den ca. 3000 griechischen Inseln nicht nur eine Reihe von traumhaften Segelrevieren, die sich teils stark in ihrem Schwierigkeitsgrad unterscheiden. In Griechenland finden sie neben den zahllosen Meisterwerken der Antike, die im ganzen Land verstreut zu besichtigen sind, auch Landschaften, die unterschiedlich nicht sein könnten.

Wo soll man beginnen? Wer kennt nicht die kargen Kykladeninseln mit ihren weißen Häusern und zahllosen Buchten und Stränden? Wer hat noch nicht vom Archipel des Dodekanes mit seiner Hauptinsel Rhodos in der südöstlichen Ägäis bzw. von Kreta zwischen Ägäis und Libyschem Meer gehört? Oder von Euböa, den Sporaden und Chalkidiki mit der autonomen Mönchsrepublik Athos in der nördlichen Ägäis? Wem ist der sagenumwobene Peloponnes mit seinen üppigen Wäldern, schneebedeckten Berggipfeln, zahllosen Buchten und kilometerlangen Sandstränden und mit geschichtsträchtigen Orten wie dem archaischen Mykene, dem antiken Olympia, Sparta, Argos und Korinth, der mittelalterlichen Kreuzritter- und Byzantinerfestung Mystras und der Felsenstadt Monemvasia – dem sogenannten „Gibraltar des Ostens“ – kein Begriff? Oder die noch heute das venezianische Erbe tragenden Ionischen Inseln vor der griechischen Westküste? Auch das Festland mit seinen imposanten Schluchten und Bergen, wo noch Bären und Wölfe durch die Wälder streifen und etliche natürliche und von Menschenhand gefertigte Seen Täler füllen, ist mit dem antiken Mittelpunkt der Welt – Delphi – sowie dem antiken Dodoni, Nikopolis und Amphipolis, mit den weltbekannten Meteorafelsen und ihren Klöstern,  mit den wunderschönen abgeschiedenen Zagora Bergdörfern, mit den Thermopylen, wo Leonidas sich den Persern in den Weg stellte, und mit dem mythischen Götterberg Olymp ein wunderbares Reiseziel.

In Griechenland kann der Segler zwischen den raueren Yachtcharter Revieren in der nördlichen und südlichen Ägäis (Sporaden, Kykladen und Dodekanes) und den ruhigeren Revieren im Saronischen und Argolischen Golf, im Golf von Korinth und im Ionischen Meer aussuchen. In den Kykladen warten viele kleine und große Inseln mit ihren Kirchen, weißen Häusern, baumlosen Hügeln, zahllosen Fischerhäfen und Buchten auf Besucher. In Dodekanes in der südöstlichen Ägäis liegen eine Reihe reizvoller Inseln mit pittoresken Orten und Buchten, sowie  etlichen kleine Eilande im Meer verstreut.  Im Saronischen Golf und im benachbarten Argolischen Golf sind die Segelbedingungen etwas ruhiger und man kann hier, trotz der nicht weit entfernten Metropole Athen, vor allem mit der Familie einen angenehmen Segelurlaub verbringen. Gleiches gilt auch für das Ionische Meer im Westen mit seinen grünen Inseln.

Ein Segelrevier mit 3000 Inseln

Erfahrene Segelcrews haben in der Ägäis die Möglichkeit, eins der unvorhersehbarsten Reviere zu erkunden. Der ägäische Nordwind Meltemi, dessen Name vom italienischen ‘bel tempo’ – ‘schönes Wetter’ abgeleitet ist, obwohl er auch bei bedecktem Himmel auftritt, weht vor allem im Sommer recht stark und kann oft unangekündigt innerhalb kurzer Zeit auf Sturmstärke anwachsen. Im Frühjahr und im Herbst weht der Meltemi manchmal aus südlicher oder südöstlicher Richtung.  Zwischen den vielen Inseln kann es zu stürmischer See kommen und Fallböen können auftreten. Radio Athen bringt jeden Morgen außer sonntags um 6.30 Uhr in griechischer und englischer Sprache einen Wetterbericht.

Die Inseln des Dodekanes – Zwölf Inseln – liegen vor der kleinasiatischen Küste. Zahllose kleinere und größere Buchten, Strände und malerische Fischerdörfchen bilden eine perfekte Kulisse für einen Segeltörn in diesem Teil der Ägäis. Der griechische Name des Archipels beruht auf der Anzahl der Hauptinseln. Diese sind Rhodos, Karpathos, Kos, Kalymnos, Astypaläa, Kasos, Tilos, Symi, Leros, Nisyros, Patmos und Halki. Zum Dodekanes gehören insgesamt 160 Inseln und Eilande, darunter auch die kleine Insel Kastellorizo und die Imia-Eilande zwischen Kalymnos und der kleinasiatischen Küste. Der Meltemi-Wind kann auch hier für Unruhe sorgen.

Im Saronischen Golf geht es geschützter und ruhiger zu. Am nördlichen Ende befindet sich Salamis, wo 480 v. Chr. in der Meerenge zwischen Salamis und Attika eine der bedeutendsten Seeschlachten der antiken Welt stattfand, als sich eine zahlenmäßig unterlegene griechische Flotte gegen eine persische Übermacht behaupten konnte. Weiter südlich befindet sich die Insel Ägina, deren der Fruchtbarkeitsgöttin Aphaia geweihter Tempel mit dem der Göttin Athene geweihten Parthenon-Tempel auf der Athener Akropolis sowie dem Poseidon-Tempel in Kap Sounion an der attischen Südspitze ein gleichschenkliges Dreieck bilden. Westlich von Ägina liegt das kleine Eiland Angistri und südlich davon die von der peloponnesischen Küste nur durch einen engen Meeresarm getrennte Insel Poros. Südwestlich in Richtung des Golfes von Argolis liegen dem Peloponnes vorgelagert die Inseln Hydra, Dokos und Spetses sowie mehrere kleine unbewohnte Eilande. Von dort ist es in nordwestlicher Richtung der Küstenlinie des Golfes von Argolis folgend nicht weit bis Nafplion, der nach Ägina (1827-29) zweiten Hauptstadt (1829-34) des vom Osmanischen Reich unabhängigen Griechenland. Nafplion hat eine malerische Altstadt unterhalb des Burgberges Akronafplia, über dem wiederum auf 216 Metern Höhe die Venezianerfestung Palamidi thront, die im frühen 18. Jhdt. erbaut und nach dem mythischen Helden Palamedes benannt ist, der ein Sohn des Königs Nauplios war. In der Bucht vor der Altstadt liegt die kleine ehemalige Gefängnisinsel Bourtzi.

Zu den Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands gehören von Süden nach Norden die immer noch sehr grünen Inseln Zakynthos, Kefalonia, Ithaka, Lefkada, Paxos und Korfu (gr. Kerkyra). Auf Zakynthos legt an der Südküste die vom Aussterben bedrohte Seeschildkröte Caretta Caretta ihre Eier. Im Nordwesten der Insel befindet sich die berühmte Bucht mit dem Schiffswrack und dem türkisblauen Wasser sowie die blauen Grotten. Gegenüber von Zakynthos auf dem Peloponnes lohnt sich ein Besuch der im 13. Jhdt. erbauten Kreuzritterburg Chlemoutsi im Dorf Kastro, von der aus man einen tollen Rundum-Ausblick aufs Meer und in die Ebene im Hinterland genießt. In der Burg finden im Sommer oft Konzerte statt und es besteht dort auch ein kleines Museum.

Kefalonia liegt nördlich von Zakynthos und hat ebenfalls eine Reihe exzellenter Strände wie z.B. den Myrtosstrand, aber auch die Melissani Höhle, in der sich ein tiefer See mit klarem Wasser unter einer großen runden Öffnung zur Außenwelt befindet. An der Nordspitze Kefalonias befindet sich das malerische Fischerdörfchen Fiskardo.

Vor der nordöstlichen Küste Kefalonias liegt die Insel des homerischen Helden Odysseus, Ithaka, wo seine Frau Penelope, von Freiern bedrängt, 20 Jahre auf seine Heimkehr vom Trojanischen Krieg wartete.

Nördlich von Kefalonia und Ithaka liegt Lefkada, per Brücke mit dem Festland verbunden, mit seinen traumhaften weißen Sandstränden. Zwischen Ithaka, Lefkada und dem Festland gibt es eine Reihe kleiner Eilande verstreut im Meer. Dieses kleine Revier ist wie gemacht für einen einwöchigen Segeltörn. In kurzer Entfernung von der Nordspitze Lefkadas ist beim Küstenstädtchen Preveza die Einfahrt zum Amvrakischen Golf. Nordwestlich liegen die kleinen Paxos-Inseln mit ihrem karibischen Flair und den imposanten Höhlen. Von dort ist es dann nicht mehr weit nach Korfu mit seinen schönen Buchten und Stränden und bewaldeten Bergen. Von Korfu aus kann man zu den nahegelegenen Diapontischen Inseln, zum griechischen, zum albanischen aber auch zum italienischen Festland übersetzen.

Ionisches Meer

Das Ionische Meer liegt zwischen dem südwestlichen Albanien, der Westküste des griechischen Festlandes, der Westküste des Peloponnes, der Ostküste Siziliens und der Südküste des italienischen Stiefels. Es ist nach Io benannt, einer Geliebten des Zeus, die auf ihrer Flucht vor Zeus’ Gattin Hera dieses Meer in Gestalt eines Rindes überquerte, bevor sie am Bosporus (gr. Rinderfurt) nach Asien gelangte. Das Ionische Meer ist durch die Straße von Otranto mit der Adria, durch die Meerenge von Messina mit dem Tyrrhenischen Meer, durch den Golf von Patras und den Golf von Korinth über den Isthmus von Korinth und den Saronischen Golf mit der Ägäis verbunden. Südlich geht es in das Libysche Meer über und südöstlich in das Myrtoische Meer zwischen Kreta und dem Peloponnes über.

Die Hauptinseln des Ionischen Meeres sind die sogenannten Eptanisa – Sieben Inseln – vor der griechischen Westküste: Zakynthos, Kefalonia, Ithaka, Lefkas, Antipaxos, Paxos und Korfu  (Kerkyra). Zu den Ionischen Inseln gehören außerdem noch kleinere Inselgruppen sowie Kythira und Antikythira südlich des Peloponnes. Auf den Eptanisainseln sind die Berge im Gegensatz zu den Ägäisinseln noch bewaldet, Zypressen, Ulmen und Pinien herrschen vor und es gibt unzählige Buchten und Strände jeder Größe. Die Küsten der Inseln sind außerdem Paradiese für Taucher und Schnorchler. Der Einfluss aus der venezianischen Kolonialzeit von 1215 bis 1797 ist noch heute zu bemerken. In der Antike waren die Inseln unabhängig bzw. Teile griechischer Stadtstaaten, danach gehörten sie dem Römischen und später dem Oströmischen bzw. Byzantinischen Reich an. Nach dem Ende der venezianischen Herrschaft dauerte es noch 67 Jahre und Fremdherrschaften von Frankreich und Großbritannien, bis die Inseln an den jungen griechischen Staat gingen.

Die geschützten Gewässer und die unzähligen, idyllischen und einsamen Buchten und Liegeplätze machen dieses Yachtcharter Revier vor allem für unerfahrenere Segler oder Familien mit Kindern sehr attraktiv. Auch erfahrene Segler werden vom Ionischen Meer nicht enttäuscht sein.

Reviereigenschaften

Von Juni bis Ende September weht der Maestro, ein thermischer Wind aus nord-nordwestlicher Richtung mit 3 bis 5 Beaufort, der bis mittags stärker wird und abends wieder abflaut. Im Juli und August kann er gelegentlich aus Nordwest kommen und etwas stärker wehen. Zwischen den Inseln Lefkada, Ithaka, Kefalonia und Zakynthos gibt es kräftige Fallböen. In den Abendstunden sind Fallwinde von den hohen Gebirgsketten am Festland zu beachten, die 5 bis 6 Beaufort erreichen können. Im Winter wehen die starken, niederschlagsreichen Winde vorwiegend aus südöstlicher Richtung, wobei zwischen Oktober und Mai der Wind auch aus nördlicher oder südlicher Richtung wehen kann. Im Frühling und Herbst können heftige Gewitter mit starken Böen auftreten, die nicht lange andauern. Die beste Segelzeit ist von Mai bis Ende September.

Es handelt sich um ein einfaches bis mittelschweres Segelrevier.

Beim landnahen Navigieren ist Vorsicht geboten und Augapfel-Navigation oder Navigieren mit GPS-Plotter unbedingt notwendig.

Dieses Segelrevier hat nur zwei Marinas zu bieten, die Marina Gouvia auf Korfu und die Marina Lefkada auf Lefkada. Ansonsten gibt es eine Vielzahl an Fischerhäfen und Stadtpiers, an denen die Yacht mit Buganker liegt. Wasser- und Stromversorgung für die Yacht sind mit Ausnahme der beiden Marinas nur begrenzt verfügbar.. Die Inseln im Ionischen bieten dem Yachturlauber eine große Anzahl pittoresker, idyllischer und verträumter, gut geschützter Ankerbuchten. Vorsicht: In allen Häfen mit Fährverkehr gibt es regelmäßig erheblichen Schwell, der durch die Bugwellen der Fähren verursacht wird.

Korfu (Kerkyra) – Korfu liegt vor der Küste Nordwestgriechenlands und Südalbaniens. Die Insel bietet viele gut geschützte Ankerbuchten wie die von Kassiopi im Norden, Kouloura, Kalami, Garitsa (bei Korfu Stadt) und das eher verschlafene Nest Petriti im Osten. An der Nordwestküste Korfus bieten die Buchten bei Paläokastritsa guten Schutz. Die Marina Gouvia, etwas nördlich von Korfu Stadt und nicht weit vom internationalen Flughafen entfernt gelegen, ist einer der zentralen Ausgangspunkte für Yachtcharter in diesem Segelrever. Den Hafen Mandraki in der Inselhauptstadt teilen sich zwei ortsansässige Yachtclubs.

Paxos – Die Insel Paxos liegt 7 Seemeilen südlich von Korfu und ist ebenfalls ein wichtiger Standort für Yachtcharter. Das türkisfarbene Wasser und der wunderschöne Strand von Lakka haben karibisches Flair. Ankerplätze können hier rar sein. sollte am nächsten Tag unbedingt früh starten, um genügend Zeit für die Besichtigung der Höhlen an der Westküste von Paxos zu haben. Wichtig! Vor der ersten dieser Höhlen nicht tauchen – wegen der gesundheitsschädlichen Gase, die vom Grund aufsteigen! An der Ostküste sollte der lagunenartige Hafen von Gaios angesteuert werden. Alternativ bietet sich das gut geschützte Mongonisi an, um tagsüber mit der Fähre nach Gaios zu pendeln. Auf der Schwesterinsel Antipaxos gibt es einige malerische Strände.

Parga – Gegenüber von Paxos auf dem Festland liegt Parga, ein hübsches Örtchen mit einer venezianischen Felsenfestung. Man ankert unterhalb der kleinen vorgelagerten Insel Panagia mit Buganker und Heckleine zum Land. Eine schöne Alternative für Yachturlauber ist das nördlicher an der gleichen Küste gelegene Syvota.

Lefkada – Lefkada ist durch einen Kanal, der von einer Brücke überspannt wird, vom Festland getrennt. Die moderne Marina Lefkada ist eine beliebte Charterbasis in der Region und nicht sehr weit vom Flughafen Preveza auf dem Festland entfernt. Die Inselhauptstadt Lefkada bietet gute Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. An der Ostküste Richtung Süden kommt man nach Nydri, einem lebhaften Örtchen und weiter südlich die malerische, sehr gut geschützte Bucht von Vlycho. Im Süden von Lefkada gibt es mehrere Ankerbuchten, die engste davon die paradiesische Bucht von Syvota (nicht zu verwechseln mit dem Syvota auf dem Festland nördlich von Parga).

Skorpios und Skorpidi – Östlich der Bucht von Vlychon auf Lefkada liegen Skorpios und Skorpidi, die bis vor kurzem der Erbin des Onassisimperiums, Athena Onassis, gehörten, bevor sie sie an einen russischen Superreichen verkauft hat. Man darf zwar im Südosten der Insel Skorpios frei ankern, betreten darf man die Insel jedoch nicht.

Meganisi – Meganisi befindet sich etwas südlich von Skorpios und weist vor allem an seiner Nordküste sehr viele tiefe Einschnitte auf wie die Buchten von Kapali, Ambelaki, Balos, Platygyali, Svourna, Kolopoulou, Dichali, Limonari, Elia und Limni. Ein Landgang zum Fischerort Vathy und seinem alten Wachturm, zum Hügel von Spartochori wie auch zu den alten Windmühlen lohnt sich allemal. An der Südostküste von Meganisi gibt es eine Reihe von Höhlen, deren bekannteste Papanikoli heisst und nach einem griechischen U-Boot benannt ist, das sich hier im 2. Weltkrieg zwischen seinen Missionen versteckt haben soll

Vounaki – Die moderne Marina Vounaki liegt nordöstlich der Insel Meganisi am Festland, etwas südlich des Fischerortes Palairos.

Kalamos – Kalamos ist eine der schönsten Inseln des Ionischen Meeres. An der Ostküste können Segler eventuell einige der selten gewordenen Mönchsrobben beobachten. Im Port Leone gibt es die Geisterstadt von Kalamos zu besichtigen. Weitere geschützte Ankerplätze befinden sich in Sarakiniko und Prasonisi auf der Schwesterinsel Kastos mit einem ausgezeichneten Schnorchelrevier.

Ithaka – Ithaka ist die Insel des Odysseus. Es gibt einen Ort, wo sein Palast gestanden haben soll. Ithakas Hauptort Vathy, das Dorf Phrikes sowie der pittoreske Ort Kioni an einer wunderschönen Bucht sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Achtung: Hier können bei Nordwestwinden starke Fallböen auftreten. Zum Ufer wird es auch schnell flach.

Kefalonia – Kefalonia ist die größte der Ionischen Inseln und von Ithaka durch eine schmale Wasserstraße getrennt. Das Fischerdorf Fiskardo im Norden der Insel ist sehr hübsch. Segelurlauber können hier direkt vor den Tavernen festmachen. Tipp: Sehenswert ist das Museum auf dem Berg bei der Kirche oberhalb der Ortschaft. Alternativ bietet sich auch ein Besuch des südlicher gelegenen Ortes Agia Euphemia an, von wo man einen Ausflug zum unterirdischen See in der Melissani-Grotte und zu den Tropfsteinhöhlen von Drogarati unternehmen sollte. Ein reizvolles Ziel ist im Nordwesten der Insel das Örtchen Assos mit einem schönen Naturhafen und der Ruine einer venezianischen Festung, von wo man einen atemberaubenden Panoramablick hat. Auf Kefalonia spielte sich im 2. Weltkrieg die Handlung des Buches ab, das die Grundlage für das Weltkriegsdrama „Kapitän Corellis Mandoline“ mit Nicholas Cage und Penelope Cruz bildet.

Zakynthos – Die Venezianer nannten Zakynthos aufgrund ihrer Schönheit „Fiore di Levante“, die „Blume der Levante“. Das große Erdbeben von 1953 hat den Großteil der venezianischen Bauten zerstört. Im Nordosten liegt die Bucht von Agios Nikolaos, von wo man zu den Blauen Grotten an der Nordspitze der Insel gelangt. Achtung: in der Bucht kommt es zu starken Fallböen. An der Nordwestküste von Zakynthos liegt die Bucht von Vremi. Diese Ankerbucht bietet im Sommer auch bei Fallböen guten Schutz. Das Wrack eines alten Tankers in der Bucht ist eine beliebte Kulisse für Touristen und Hobbyfotografen. Die Besatzung des Tankers war in Schmuggelgeschäfte verwickelt und verließ das Schiff, nachdem sie von der Küstenwache verfolgt wurden. Der Tanker strandete und wurde seitdem zur Attraktion dieser malerischen Bucht. Die an der Südseite der Insel liegenden Buchten Lagana und Geraki sind die wichtigsten Brutplätze der vom Aussterben bedrohten Caretta Caretta Meeresschildkröten im Mittelmeer. Im Sommer und in den frühen Herbstmonaten dürfen diese Buchten daher nicht angesteuert werden.

Für die Einreise nach Griechenland benötigt man einen gültigen Personalausweis. Der Skipper muss im Besitz eines amtlichen Führerscheins für Yachten mit Küstennavigation sein. Ein weiteres Crewmitglied sollte Segelerfahrung haben und diese möglichst nachweisen können. Der offizielle griechische Vertrag in englischer Sprache, der vor Ort ausgehändigt wird, ist zu unterzeichnen und von Yachturlaubern an Bord mitzuführen. Er gilt als amtliches Dokument bei den örtlichen Behörden.

Korfu, Kefalonia, Zakynthos werden von verschiedenen Charterfluggesellschaften von Deutschland aus angeflogen. Mit Zubringerflügen von einigen großen deutschen Flughäfen bietet NIKI-AirBerlin via Wien samstags eine Verbindung nach Preveza auf dem Festland bei Lefkada an. Linienflüge via Athen oder Thessaloniki mit Anschlüssen nach Korfu, Zakynthos, Kefalonia oder Preveza sind zwar möglich, aber in der Regel umständlich und zeitaufwändig. Wer mit dem Auto über Italien kommt, kann in Korfu oder Igoumenitsa von Bord gehen und zum jeweiligen Charterzentrum fahren.

Eine schnelle Inselrunde auf Paxos mit Mietrollern. Wenn die Segelcrew in Gaios anlegt, eine Überfahrt mit dem Dinghi zur bewaldeten Insel Agios Nikolaos, um die Ruine eines alten Forts mit Kanonenresten zu besichtigen. Auf Kefalonia sind Fiskardo, die Melissani-Höhle und der Myrtosstrand, aber auch die lokalen Weine ein Muss. Der weiße und rote Robola ist ausgezeichnet. Für Rosé-Liebhaber ist der Manzavino zu empfehlen. Auf Zakynthos empfehlen sich im Nordwesten die Bucht Vremi mit dem bekannten Wrack am Strand sowie im Norden die Blauen Grotten.

Kykladen

Kykladen: Weiße Häuser, blaue Kirchendächer

Der Name der Kykladeninseln geht auf das Wort Kyklos (dt. Kreis) zurück, in dem die Inseln dieses Archipels um das antike Kultzentrum der Region, die Insel Delos, in der Ägäis liegen. Auf diesen Inseln findet man die typische, traditionelle Architektur der kleinen, weißgetünchten Häuser und zahllosen Kirchen, die vielen Urlaubern zu Griechenland spontan in den Sinn kommen. Die Kykladen sind seit Jahrzehnten ein sehr beliebtes Ziel für einen Sommerurlaub, ob zum Baden oder zum Segeln oder in Kombination, oft auch im Rahmen eines Inselhopping. Die Jet-Set-Insel Mykonos, aber auch Paros, Naxos Ios und Thira (im Volksmund Santorini genannt, aus der Zeit des Kreuzfahrerreiches im 13. Jhdt., als die Insel Santa Irene genannt wurde) sind die bekanntesten und meistbesuchten Inseln der Kykladen, jedoch auch die anderen Inseln wie z.B. Amorgos, Milos und Folegandros sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Zu den nördlichen Kykladen gehören die Inseln Kea, Kythnos, Syros, Andros, Tinos, Mykonos, Delos und Rinia. Die mittleren Kykladen sind Serifos, Sifnos, Antiparos, Paros, Naxos, Donousa, Iraklia, Schinoussa, Koufonissia, Amorgos und Levitha. Zu den südlichen Kykladen gehören Milos, Kimolos, Folegandros, Sikinos, Ios, Thira  und Anafi.

Reviereigenschaften