Malta: Im Kreuzfeuer der Kulturen

Die kleine Inselrepublik Malta ist ein geschichtsträchtiges Yachtcharter Revier im Mittelmeer zwischen Tunesien und Italien. Dieser strategisch wichtigen Lage zwischen den Kontinenten sowie zwischen dem westlichen und östlichen Mittelmeer verdankt dieses aus den kargen, wasserarmen Inseln Malta, Gozo, Comino, Cominotto und Filfla bestehende Archipel seine lebhafte Geschichte der letzten 3000 Jahre:  Phönizier, Karthager, Römer, Vandalen, Ostgoten, Byzantiner, Araber, Normannen, deutsche, französische und spanische Adelsgeschlechter, die Johanniter, die Franzosen unter Napoleon und bis zur Unabhängigkeit 1964 die Briten haben auf der Insel geherrscht. Apostel Paul hat 60 n. Chr. Schiffbruch auf Malta erlitten und infolgedessen Teile der Bevölkerung zum christlichen Glauben bekehrt.

Auf Malta haben jedoch auch schon lange vor den Phöniziern hochentwickelte Kulturen Tempel errichtet. Die megalithischen Ġgantija Tempel stammen aus der Zeit zwischen 3600 und 3200 v. Chr., das tief in den Felsen gehauene Hypogäum (gr. für „unterirdisch“) von Ħal-Saflieni mit seinen Grabkammen aus der Zeit zwischen 3800 und 2500 v. Chr.

Auf Malta kam es in vergangenen Zeiten immer wieder zu Überfällen von Piraten bzw. Freibeutern. Die erfolgreiche Abwehr der Angriffe der Osmanen unter Suleyman dem Großen ist der bisher größte militärische Erfolg in der langen Geschichte Maltas. In der Neuzeit war Malta während des Zweiten Weltkrieges als wichtige britische Militärbasis für die Expeditionen in Nordafrika deutschen und italienischen Angriffen ausgesetzt. Seit 2004 ist Malta EU-Mitglied und 2008 wurde der Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Heute ist Malta ein beliebtes Ziel für Touristen. Durch seine Lage zwischen Tunesien und Italien ist Malta auch für Migranten, die aus Nordafrika Richtung Europa in See stechen, eine erste Anlaufstelle.

Maltesische Küste

Reviereigenschaften

Der Mistral kommt auf Malta unter normalen Umständen aus nordwestlicher Richtung, dreht jedoch manchmal auf Nord oder Nordost. Die Windstärke beträgt dann 4 bis 5 Beaufort und in Landnähe können Fallböen auftreten. Im Frühjahr und Herbst tritt der Schirokko auf, der eventuell durch mitgeführten Sand und Staub aus der Sahara die Sicht verschlechtern kann. Später im Winter weht, oft bis zu drei Tage hintereinander, aus nordöstlicher Richtung der Gregale mit einer Stärke von 9 bis 10 Beaufort und erzeugt einen Düseneffekt zwischen Malta und Gozo. Auf dem Weg von Malta nach Sizilien kann man im Sommer mit einer meist trägen Altsee und einem auf halbem Weg abflauenden Wind rechnen, der kurz vor der Ansteuerung Siziliens wieder erstarkt. Im Frühjahr und im Herbst kommen die vorherrschenden Winde aus südlicher oder südöstlicher Richtung. In der Meerenge zwischen Malta und Sizilien fließt ein Strom von mindestens einem Knoten ostwärts. Dieser Strom erliegt bei Ostwind komplett.

Es handelt sich um ein mittelschweres Segelrevier. Es gibt nur wenige geschützte Häfen und Buchten. Der felsige Grund erschwert das Ankern. An der Ostküste Maltas gibt es teilweise kilometerlange, schlecht markierte Fischzuchtnetze. Vor der St. Paul’s Bay liegen Fischernetze, die zur See hin mit Bojen markiert sind. Ansonsten sind die Gewässer um Malta und Gozo gut betonnt und befeuert. Untiefen erschweren die Navigation in der Marsaxlokk-Bucht im Südosten Maltas.

Grand Harbour auf Malta mit den imponierenden Mauern von Valetta an der Nordseite ist einer der eindrucksvollsten Häfen im Mittelmeer. Weitere Häfen sind der Marsamxett Harbour, die Msida Marina sowie Marsaskala. An der Westküste Maltas existieren viele reizvolle Ankerplätze wie Paradise Bay, Anchor Bay, Golden Bay und Ġnejna Bay. Diese Buchten sind teilweise in nordwestlicher Richtung offen und daher im Sommer dem Mistral ausgesetzt. Ein beliebter, sehr gut geschützter Ankerplatz ist St. Paul’s Bay. Auf der kleinen Insel Comino gibt es mit Blue Lagoon, San Niklaw Bay und Santa Marija Bay drei weitere geschützte Buchten. Der Hafen von Gozo ist Mġarr Marina. Die westlich davon gelegene Bucht von Mġarr ix-Xini ist ein spektakulärer Ankerplatz. Hier ist eine Heckleine erforderlich, da zum Schwojen kaum Platz ist. Achtung ist bei der Einfahrt zur Xlendi Bay geboten, denn es gibt Untiefen. Ein weiterer Ankerplatz, den man auf Gozo ansteuern sollte, ist Dwejra Bay. Das vorgelagerte, auch Fungus Rock genannte Eiland il-Ġebla tal-Ġeneral schirmt Dwejra Bay gut v